Erweitertes Tracking: Wie & warum nutzen wir den Google Tag Manager?

Der Google Tag Manager (GTM) ist ein Tool, mit dem wir Nutzerinteraktionen und technische Ereignisse auf einer Website präziser messen können, als es mit reinem Google-Analytics-Tracking möglich ist.

Zur Einordnung:

  • GTM ist Datenlieferant = GTM selbst wertet keine Daten aus, sondern sammelt sie und schickt sie weiter.
  • Google Analytics (GA4) ist Datenanalyst = mit GTM gemessene Daten lassen sich in GA4 auslesen

► Der Tag Manager ist die technische Grundlage, um saubere Tracking-Daten überhaupt erst zu erfassen.

  • Voraussetzung ist (wie bei der Nutzung von Google Analytics) immer ein korrekt eingerichteter Consent Mode, wodurch Tags erst nach Zustimmung ausgelöst werden können.

Warum nutzen wir den GTM?

Wir setzen den GTM immer dann ein, wenn Standard-Tracking nicht ausreicht, z. B. wenn folgende Ereignisse relevant sind:

  • Klicks auf zentrale Buttons („Angebot anfragen“, „Jetzt kaufen“)
  • Formular-Absendungen
  • Downloads (PDFs, Preislisten)
  • Telefon- oder Mail-Klicks u. v. m.

Vorteile des Google Tag Managers in der Kundenkommunikation

Falls Kunden aus Budgetgründen, Misstrauen o.Ä. unschlüssig sind, ob sie den Tag Manager verwenden wollen:

  • Die Nutzung des Tools ist kostenlos
  • Die Tracking-Einrichtung lässt sich in den meisten Fällen umsetzen, ohne dass in den Website-Code eingegriffen werden muss
    (► budgetsparend, i. d. R. 1–2 Storypoints je nach Umfang)
  • Änderungen werden nicht direkt live umgesetzt, sondern können im Vorschau-Modus (Debug-Modus) getestet werden. Fehler können dadurch erkannt werden, noch bevor sie entstehen.

Was wird im GTM technisch gemessen?

Im GTM arbeiten wir mit drei Grundbausteinen:

  • Variablen liefern Informationen (z. B. welche Seite, welcher Button)
  • Trigger legen fest, wann etwas ausgelöst wird (z. B. Klick auf Button X)
  • Tags senden die Daten als Ereignis an GA4 oder andere Tools

Beispiel: Klick auf „Kontakt“ ► Trigger löst aus ► Tag sendet Event an GA4

U. a. können via GTM folgende Daten als Variablen getrackt werden:

Variablen-Gruppe Was kann man damit tracken?
Seiten Auf welcher Seite jemand ist (URL, Seitentitel, vorherige Seite)
Dienstprogramme Hilfswerte für das Tracking, z. B. feste Bezeichnungen, Zeitpunkte oder einfache Logiken
Fehler Ob auf der Seite technische Fehler (JavaScript) auftreten, die Nutzer stören könnten
Klicks Klicks auf Buttons, Links, Downloads, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen
Formulare Absenden von Formularen (z. B. Kontakt- oder Anfrageformulare)
Verlauf Seitenwechsel ohne Neuladen der Seite (z. B. bei Filter- oder Tab-Wechseln)
Videos Start, Abspielen und Fortschritt von eingebetteten Videos
Scrollen Wie weit Nutzer auf einer Seite nach unten scrollen
Sichtbarkeit Ob wichtige Elemente (z. B. Banner, CTAs) tatsächlich gesehen werden

► NTK-Beitrag: Google Tag Manager: Conversion-Tracking einrichten

Weiterführende Erklärungen zur Verwendung von Variablen, Triggern & Tags

(Falls Kunden sehr neugierig sind, was bei der Tag-Einrichtung passiert)

  • Indem wir “Variablen” festlegen, können wir Informationen erfassen, die für das Tracking relevant sind.
    • Variablen liefern den technischen Kontext zu einer Nutzeraktion oder Seitenansicht.
    • z. B.: Welche URL wurde besucht? Welcher Button wurde geklickt? Welcher Text steht auf dem Element?
    • Viele Variablen sind im GTM bereits standardmäßig vorhanden (z. B. Seitentitel oder Klick-Elemente), weitere können individuell ergänzt werden.
  • Mithilfe der Variablen erstellen wir “Trigger”, die entscheiden, wann welche Daten ausgelesen werden.
    • Ein Trigger besteht immer aus einem Ereignis und einer Bedingung, die mithilfe von Variablen geprüft wird.
    • z. B.: Wenn ein Klick (Ereignis) erfolgt UND der Klick auf den “Jetzt kaufen”-Button erfolgt (Bedingung), werden Daten erfasst.
    • Bedingungen können z.B. über Klassen, Text, IDs u.v.m. gemessen werden. Es können mehrere Bedingungen festgelegt werden. ► z. B. Klick (Ereignis) auf “Mehr lesen” (Bedingung 1) auf einer bestimmten URL (Bedingung 2).
  • Mithilfe der Trigger erstellen wir “Tags”. Diese können als Ereignis in GA4 ausgelesen werden.
    • Ein Tag muss mindestens einen Trigger enthalten. Möchte man z. B. Klicks auf E-Mail-Buttons tracken, die als unterschiedliche Trigger angelegt wurden, können sie hier unter einem Tag gruppiert werden.
    • In GA4 können wir die Ereignisse als “Schlüsselereignis” = Conversion festlegen